Überblick

Als eine der ältesten und größten deutschen Wissenschaftsakademien (gegründet 1759) ist die Bayerische Akademie der Wissenschaften nicht nur eine traditionelle Gelehrtengesellschaft, sondern zugleich eine wichtige wissenschaftliche Einrichtung von internationaler Bedeutung. Sie betreibt vorwiegend Grundlagenforschung sowohl im geistes- als auch im naturwissenschaftlichen Fächerspektrum mit einem Schwerpunkt auf langfristigen, größeren Forschungsunternehmen. Die Ergebnisse dieser Arbeit dienen insbesondere der Erfassung, Erschließung und Nutzbarmachung des Kulturguts sowie der Dokumentation unseres Lebensraumes. Exakt erhobene Daten und Messreihen, kritische Editionen, wissenschaftliche Wörterbücher, Lexika und Verzeichnisse sind die Basis für weitergehende Forschungen und Auswertungen, aus denen Erkenntnisfortschritte gewonnen und Rückschlüsse für verantwortungsbewusstes Handeln gezogen werden können. Ihrer Natur nach haben die meisten dieser Projekte eine lange Laufzeit, die sich aus der Sammlung und Erhebung des Materials und der sich daran anschließenden Aufbereitung oder den kontinuierlichen, über viele Jahrzehnte erstreckenden Beobachtungszeiträumen ergibt.

Wissenschaftliche Veranstaltungen, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – vor allem durch Verleihung von Preisen – und die Pflege von Kontakten zu anderen wissenschaftlichen Einrichtungen des In- und Auslandes gehören ebenfalls zu den Aufgaben der Akademie. Mit dem Leibniz- Rechenzentrum betreibt sie eines der größten Supercomputing-Zentren in Deutschland mit Servicefunktionen insbesondere auch für die Münchner Hochschulen; mit dem Walther-Meißner-Institut für Tieftemperaturforschung ist sie Trägerin eines der führenden Forschungsinstitute auf diesem Gebiet.

Von den Universitäten unterscheidet sich die Akademie grundlegend, weil sie nur der Forschung, nicht auch der Lehre dient. Ihre Sonderstellung im Vergleich zu anderen Forschungseinrichtungen ist zum einen durch ihre Doppelnatur als Gelehrte Gesellschaft und Trägerin von Instituten gekennzeichnet, zum anderen aber auch dadurch, dass sich ihre Arbeit weder auf ein bestimmtes Fach, noch auf einen begrenzten Fächerkreis beschränkt. Der Katalog der in der Akademie vertretenen Fächer und damit der möglichen Forschung ist universal und hat im Laufe der Jahre stets die Entwicklungen des Fächerspektrums mit vollzogen. Als Vereinigung von herausragenden Gelehrten aus den Natur- und Geisteswissenschaften hat sie sich  insbesondere die Pflege des interdisziplinären Erfahrungsaustauschs zum Ziel gesetzt.

 

Akademiegebäude

Sitz der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Nordostflügel der Münchner Residenz, Alfons-Goppel-Str. 11