Kolloquium "Wendepunkte der Akademiegeschichte"

Das Kolloquium unter der Leitung von Friedrich Wilhelm Graf (LMU München) untersucht den Funktionswandel von Akademien und einige zentrale Wendepunkte in der Geschichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die leitende Frage lautet dabei: Inwieweit haben politische Umbrüche die wissenschaftliche Arbeit der Akademie (mit-)bestimmt?

Neben zwei allgemeiner gehaltenen Beiträgen zur systematischen Frage, welche Relevanz der spezialisierten Akademiegeschichtsschreibung für die allgemeine Wissenschaftsgeschichte zukommt, werden in sechs Vorträgen einzelne Phasen der Institutionsgeschichte problemorientiert beleuchtet. Es geht um Gründungskonstellationen im europäischen Vergleich, um Krisen und Reformen um 1800, um den Einfluss der kleindeutschen Reichsgründung und der nationalen Einigungsdiskurse auf die Arbeit der Akademie, um komplexe Loyalitäten und die Revolution in der Wissenschaft 1918/19 sowie die Rolle der Akademie im nationalsozialistischen Deutschland; hier soll auf der Grundlage umfassender Nachlassrecherchen vor allem die Rolle des bekannten Historikers und Akademiepräsidenten Karl Alexander von Müller näher beleuchtet werden. Die Aufbaujahre nach 1945 sind ebenso ein Thema wie die Folgen der „1968“ geführten Debatten um Wertewandel und neue Wissenschaftskonzepte.

In einem systematischen Schlussvortrag wird der in Frankfurt an der Oder lehrende Kulturhistoriker Gangolf Hübinger den Wandel im Selbstverständnis und in der Außenwahrnehmung des „Akademikers“ als eines Gelehrten ganz eigener Art untersuchen.



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