Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften – der Intention nach eine „Akademie für deutsche Geschichte“ – wurde 1858 vom bayerischen König Maximilian II. auf Anregung Leopold von Rankes gegründet.

Seit 150 Jahren leistet die Kommission, deren Auftrag in der „Veröffentlichung von Quellen und Darstellungen zur deutschen Geschichte“ besteht, mit nahezu 650 Bänden einen wesentlichen Beitrag zur historischen Grundlagenforschung. Sie bedient sich dazu neben dem traditionellen Medium „Buch“ zunehmend auch des Internets. Ihre Mitglieder sind führende Historiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (aktuell 41; seit 1858: 184). Die Editions- und Forschungsvorhaben der Kommission erstrecken sich vom Mittelalter bis zur Zeitgeschichte, beziehen die politische, wirtschaftliche und soziale Geschichte ebenso wie die Kultur- und Wissenschaftsgeschichte mit ein. Auch europäische Bezüge werden in vielfältiger Weise berücksichtigt.

Jeweils Anfang März kommen die Mitglieder der Kommission in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu ihrer Jahressitzung zusammen, um die Arbeit des vergangenen Jahres zu bilanzieren und über deren Fortgang zu beraten. Die Jahresversammlung fasst Grundsatzbeschlüsse über neue Forschungsvorhaben und wählt Mitglieder hinzu.

Das Forschungsprogramm der Historischen Kommission konnte in den vergangenen Jahren, auch durch die Einwerbung von Drittmitteln, erheblich ausgeweitet werden; es weist gegenwärtig folgende Schwerpunkte auf:

Organisatorisch und finanziell ist die Historische Kommission in ihrem Status unabhängig, jedoch satzungsmäßig mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften eng verknüpft. Die Grundfinanzierung trägt der Freistaat Bayern. Der Drittmittelanteil liegt bei ca. 25%. 26 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit in 9 Arbeitsstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Träger der Historischen Kommission ist die „Stiftung zur Förderung der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und des Historischen Kollegs“ als rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts.

Geschäftsstelle:
Alfons-Goppel-Str. 11
80539 München
Telefon 089 23031-1151
Telefax 089 23031-1245

Leopold von Ranke.

Leopold von Ranke (1795–1886) war von 1858–1886 erster Präsident der Historischen Kommission. Die Abbildung zeigt ihn auf einem Fresko des Historienmalers Engelbert Seibertz (1813–1905) im Münchner Maximilianeum mit dem 1853 von König Maximilian II. verliehenen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, um 1858.