Kommission für gräzistische und byzantinistische Studien

Die Kommission entstand 2010 durch den Zusammenschluss der früheren Kommissionen für die Herausgabe einer 2. Serie der Acta conciliorum oecumenicorum, die Herausgabe der Werke des Johannes von Damaskus und für die Herausgabe des Corpus der griechischen Urkunden des Mittelalters und der neueren Zeit und bündelt die gräzistischen und byzantinistischen Vorhaben der Akademie.

Acta conciliorum oecumenicorum

Mit der 2. Serie der Acta conciliorum oecumenicorum wird die von dem großen Philologen Eduard Schwartz (1858–1940) begonnene Edition der Akten der ökumenischen Konzilien fortgeführt. Die Edition macht die Protokolle und Dokumente derjenigen Konzilien, deren Glaubensentscheidungen von der westlichen wie auch der östlichen Kirche als verbindlich anerkannt wurden, in wissenschaftlich zuverlässigen Ausgaben zugänglich. Beim Tode von Schwartz lagen die Ausgaben der Akten der Konzilien von Ephesos (431) und Chalkedon (451) sowie der erste Teilband der Akten des zweiten Konzils von Konstantinopel (553) vor. Johannes Straub gab 1971 den zweiten Teilband dieses Konzils, Rudolf Schieffer 1974–1984 Indices zu den bisher erschienenen Bänden heraus. Seit 1969 ist die Edition an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt. Rudolf Riedinger publizierte1984 die Akten des Laterankonzils (649) und 1990–1995 in drei Teilbänden die Akten des dritten Konzils von Konstantinopel (680/1). Seit 1991 befindet sich die Ausgabe der Akten des mit dem Bilderstreit befassten zweiten Konzils von Nikaia (787) in Bearbeitung. Der erste Band erschien Ende 2008.

Werke des Johannes von Damaskus

Für die  kritische Edition der griechischen Prosa-Schriften des byzantinischen Theologen Johannes von Damaskus (700– ca. 750) werden die authentischen und die ihm zugeschriebenen Werke bearbeitet, darunter auch der traditionell unter seinem Namen laufende Barlaam-Roman, dessen Edition 2008 abgeschlossen wurde. Koordiniert werden die Arbeiten von der Patristischen Kommission der Deutschen Akademien der Wissenschaften; deren Ziel ist es, kritische Editionen von christlichen Schriftstellern aus der Zeit der alten Kirche zu erarbeiten.

Barlaam-Roman, einzig erhalten gebliebenes Blatt einer Handschrift

Barlaam-Roman, einzig erhalten gebliebenes Blatt einer Handschrift, die einer Besitzernotiz am unteren Rand zufolge am 16. März 1540 für sechs Goldstücke vom Diakon Karteles aus Patmos in Chania (Kreta) erworben wurde. Der abgebildete Text umfasst das Ende des 40. Kapitels sowie den Beginn des Epilogs (vergl. Migne, Patrologia graeca, Band 96, 1240, 6–27). Das Blatt war also ursprünglich das vorletzte der einst aus vermutlich 150 Blättern bestehenden Gesamthandschrift.

Corpus der griechischen Urkunden des Mittelalters und der neueren Zeit

Die Kaiserurkunde als die wichtigste Urkundengattung stand im Mittelpunkt des Editionsprojektes, das mit fünf umfangreichen Regestenbänden 2009 abgeschlossen wurde. Das Projekt ist im Besitz eines einzigartigen Lichtbildarchivs, das neben Kaiserurkunden auch eine Vielzahl von Diplomen weltlicher und geistlicher Würdenträger bis hin zu Privaturkunden enthält.