Mitglieder

Die Akademie hat ordentliche und korrespondierende sowie Ehrenmitglieder. Die ordentlichen und die korrespondierenden Mitglieder bilden die Gelehrte Gesellschaft der Akademie. Satzungsgemäß müssen sie durch ihre Forschungen zu einer „wesentlichen Erweiterung des Wissensbestandes“ ihres Fachs beigetragen haben. Die Akademie besitzt das Selbstergänzungsrecht, d.h. Mitglied kann nur werden, wer auf Vorschlag von Akademiemitgliedern ohne äußeres Zutun ausschließlich nach seinem wissenschaftlichen Ansehen gewählt wird. Die Zuwahl findet einmal jährlich statt, eine Selbstbewerbung ist nicht möglich.

Ordentliche Mitglieder müssen ihren Wohnsitz innerhalb des Freistaats Bayern haben. Sie allein sind stimmberechtigt und zur Teilnahme an den Sitzungen und Arbeiten der Akademie verpflichtet. Die Zahl der ordentlichen Mitglieder ist auf 45, die der korrespondierenden Mitglieder auf 80 in jeder Klasse beschränkt. Da ordentliche Mitglieder, die das 70. Lebensjahr überschritten haben, bei voller Wahrung ihrer Rechte von ihren Pflichten entbunden und in diese Höchstzahl nicht eingerechnet werden, hat die Akademie in der Regel um die 120 ordentliche Mitglieder. Verlegt ein ordentliches Mitglied seinen Wohnsitz in ein anderes Bundesland oder ins Ausland, so erhält es automatisch den Status eines korrespondierenden Mitgliedes.

Neue Mitglieder werden auf Vorschlag eines ordentlichen Mitgliedes zunächst in der zuständigen Klasse und sodann noch einmal durch das Plenum, d.h. durch beide Klassen in gemeinsamer Sitzung, mit Dreiviertel-Mehrheit durch Kugelung gewählt. Nobelpreisträger und angesehene Gelehrte waren Mitglieder der Akademie: unter ihnen Goethe, die Gebrüder Grimm, Theodor Mommsen, Alexander und Wilhelm von Humboldt, Max Planck, Otto Hahn, Albert Einstein, Max Weber, Werner Heisenberg und Adolf Butenandt. Neben vielen anderen haben Friedrich Heinrich Jacobi, Friedrich Wilhelm von Schelling, Justus von Liebig, Ignaz von Döllinger und Max von Pettenkofer das Amt des Präsidenten bekleidet.

Justus von Liebig

Der bedeutende Chemiker Justus von Liebig (1803–1873) war von 1859 bis 1873 Präsident der
Bayerischen Akademie der Wissenschaften