Kommission für Informatik – Leibniz-Rechenzentrum (LRZ)

Die Kommission befasst sich mit wissenschaftlichen Fragestellungen auf dem Gebiet der Informatik. Insbesondere betreibt sie das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in Garching, an dem über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind. Das LRZ zählt zu den bedeutendsten technisch-wissenschaftlichen Rechenzentren. Es ist wissenschaftliches Rechenzentrum für die Hochschulen in München und die Bayerische Akademie der Wissenschaften, es stellt mit dem Münchner Wissenschaftsnetz (MWN) eine leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur bereit und ist Kompetenzzentrum für Datenkommunikationsnetze. Ferner dient es als Zentrale für die Archivierung größter Datenmengen und ist Kompetenzzentrum für technisch-wissenschaftliches Höchstleistungsrechnen. Das LRZ ist Mitglied des Gauss Centre for Supercomputing (GCS), das von den drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren (LRZ Garching, JSC Jülich, HLRS Stuttgart) gebildet wird. Das GCS ist der deutsche Partner im europäischen PRACE-Konsortium und bereitet als Koordinator die Einrichtung eines europäischen Supercomputing-Ökosystems vor. Dazu kommt der Ressourcenzugriff auf bzw. von zahlreichen überregionalen Institutionen. Über 40 Jahre hatte das LRZ seinen Platz im Herzen Münchens, im Frühjahr 2006 ist es in neue Räumlichkeiten auf den Forschungscampus Garching umgezogen.

Luftbild LRZ

Neubau des Leibniz-Rechenzentrums in Garching

Das Rechenzentrum stellt nicht nur die Anlagen mit ihren Systemprogrammen zur Verfügung, sondern verfügt ebenso über ein breites Spektrum an Anwendungsprogrammen sowie ein umfangreiches Beratungs- und Ausbildungsangebot. Dazu gehört auch die Vermittlung von Software-Lizenzen zu Hochschulkonditionen (Campus- und Landes-Lizenzen). Das LRZ versorgt allein im Münchner Raum ca. 85.000 Studierende, 7.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und 14.000 sonstige Mitarbeiter.

Das LRZ betreibt Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Angewandten Informatik. Insbesondere beschäftigt es sich mit der prototypischen Nutzung und dem Management innovativer Datenverarbeitungs-Versorgungsstrukturen. Schwerpunkte bilden dabei Konzepte des integrierten Netz- und Systemmanagements sowie Middleware-Aspekte für das Grid-Computing. Zusammen mit KONWIHR ist das LRZ an Projekten im Bereich Computational Science beteiligt. Besondere Anstrengungen gelten dem effizienten Einsatz der Höchstleistungsrechner in Bezug auf Algorithmen und Ressourcen-Verbrauch. Das LRZ ist Mitglied im Münchner Zentrum für Computational Sciences – einem Konsortium der Technischen Universität München, der Ludwig-Maximilians-Universität, der Max-Planck-Gesellschaft und ihres Rechenzentrums Garching (RZG). Es ist ferner an mehreren nationalen und internationalen Grid-Projekten beteiligt, wie etwa D-Grid, DEISA und LHC-Grid.

Darüber hinaus ist das LRZ Partner der Technischen Universität München (TUM) im DFG-Projekt IntegraTUM. Dabei geht es darum, eine benutzerfreundliche, nahtlose Informations- und Kommunikations-Infrastruktur auf Basis einer vollständigen und durchgängigen IT-Unterstützung für die universitären Geschäftsprozesse zu schaffen, die prototypisch für die gesamte deutsche Hochschullandschaft sein soll. Mit der Bayerischen Staatsbibliothek ist das LRZ an Forschungsprojekten zur Langzeitarchivierung beteiligt.