Kommission für die Herausgabe des Briefwechsels von Friedrich Heinrich Jacobi

Die Kommission erarbeitet eine historisch-kritische Edition und Kommentierung des Briefwechsels des Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi (1743–1819), der von 1807 bis 1812 Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften war.

Echte und fingierte Briefe prägen Jacobis Schaffen: Ein Briefroman (Allwill), ein Roman mit eingestreuten Briefen (Woldemar), Sendschreiben und etwa 2600 überlieferte Briefe zeugen von der Bedeutung, die er dieser literarischen Form geistigen Austauschs gab. Seine Kritik an der systematisch aufgebauten Philosophie (gegen Spinoza, Kant, Fichte, Schelling gewandt) gründet in der Erkenntnis, dass eine vollständige Bewältigung der Wirklichkeit in folgerndem Denken zu Nihilismus (so Jacobi 1799) und Atheismus führt. Seine Briefe und Werke zeigen ihn als einen Vertreter der späten Aufklärung, der jedoch zugleich ihre Schattenseiten, also die "Dialektik der Aufklärung", ins Bewusstsein hob. Hierdurch wurde er, nach einem Wort Hegels, zum "Wendepunkt der geistigen Bildung der Zeit" und zum Anreger und kritischen Begleiter der Klassischen Deutschen Philosophie nach Kant.

Friedrich Heinrich Jacobi.

Friedrich Heinrich Jacobi, Gemälde, um 1842, von Laurentius Schäfer, nach einem Porträt von Johann Friedrich Eich (1748–1807) aus dem Jahre 1780.